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Aktualisiert: vor 22 Stunden 15 Minuten

In den 1930er Jahren kamen manchmal Zigeuner in das Stodertal.

Fr, 04/21/2017 - 12:36
 Ein damaliges Schulmädchen erinnert sich an die 1930er Jahre im Stodertal."Bei allen Erinnerungen an meine Kindheit dürfen auch die Zigeuner nicht fehlen. Diese anhänglichen Zuwanderer tauchten oft über Nacht auf. Die Erlaubnis für ihre Lagerplätze mußte mit der Gendarmerie vereinbart sein. In das Dorf  kamen sie als Bettler, Händler, Roßtäuscher, Wahrsager, Schirmflicker, Korbflechter, Wachszieher und Kartenaufschlager. Oft versetzten sie leichtgläubige Leute mit ihren Prophezeiungen jahrelang in Unruhe, bis das vorhergesagte Unglück dann doch nicht eintraf.Ich habe auch oft beim Kartenaufschlagen zugesehen und konnte danach selbst als Wahrsagerin auftreten. Alles was ich meiner Nachbarin Pepi vorausgesagt habe ist zum Teil auch wirklich eingetroffen.Wir hatten vor den Zigeunern Angst, weil es hieß Zigeuner nehmen Kinder mit und verkaufen sie in fremde Länder. Wenn ein Kind bei denen geboren wurde sagte man, dann wurde es in einem vorbei rinnenden Bach gebadet. Das war so Sitte, egal ob es Winter oder Sommer war. Wenn das neugeborene Baby das nicht überlebte und starb, dann sagten sie, es wäre sowieso für ein Zigeunerleben zu schwach gewesen. Meist sahen Zigeuner recht arm und schmutzig aus. Aber es gab auch Reiche in der Sippe. Manche Kinder hatten lange, geflochtene Zöpfe in denen Münzen verborgen waren.Wenn die Bauern hörten die Zigeuner kommen, dann galt es sofort, alles was nicht niet- und nagelfest war, in Sicherheit zu bringen. Die Wäsche musste von der Leine geholt werden. Obst und alle anderen leicht tragbaren Sachen wurden sofort in den Keller gebracht. Das reisende Volk, wie sie auch genannt wurden, kam gerne auch bei Einbruch der Dunkelheit oder tagsüber, wenn sie vorher genau ausgekundschaftet hatten, daß alle auf dem Feld zur Arbeit waren. Kinder hatten sie genug. Alle mußten zum Betteln herhalten. Die Zigeuner zogen bald wieder fort, weil die Gemeinde nur für ein paar Tage die Lagererlaubnis erteilte".





                                                                               Fotos aus Wikipedia

Frohe Ostern

Sa, 04/15/2017 - 17:51
Allen  Freunden des Stodertals wünschen wir ein frohes Osterfest.


Holztreiben und Flößen in der 1930er Jahren

Sa, 04/15/2017 - 09:57
Ein damaliges Schulmädchen erzählt aus der Erinnerung ."In der Nähe von uns, an der Steyr, war ein kleines Sägewerk. Bis dort hin wurden die Holzstämme von Flößern im Wasser der Steyr transportiert und zu riesigen Holzstößen geschlichtet. Wenn 1000 Festmeter Fichtenstämme gestapelt waren, befestigten die Holzknechte am höchsten Stamm ein mit bunten Mascherln geschmücktes Fichtenbäumchen.   Ein Teil der Stämme wurde im Sägewerk zu Brettern verarbeitet und ein Teil wurde mit dem LKW weiter transportiert. Ein Teil wurde zu Flößen zusammengebaut und auf der Steyr weiter transportiert. Wir Kinder standen oft auf der Brücke und haben beim "Holztreiben" zugeschaut.Das "Holztreiben" auf der Steyr war sehr schwierig. Man musste die Schneeschmelze abwarten, oder ausgiebige Regenfälle. Vor dem Sägewerk wurde eine Wehr errichtet und das Holz angestaut. Das Öffnen der Sperren bot für uns immer ein großes Schauspiel. Es rumpelte und tobte und oft sind die Holzstämme, wenn sie sich verspießten, kerzengerade übereinander gestanden. Dann sind sie mit einem lauten Krachen in das Wasser gefallen. Mit langen Stangen versuchten  die Männer zu verhindern, dass sich die Bloche verkeilten. Da diese Arbeit hauptsächlich bei Hochwasser durchgeführt wurde, standen die Männer oft bis zum Bauch im Wasser. Bei der starken Strömung musste man sehr schnell sein. Trotz der schweren Steigeisen konnten sie sich kaum auf den Stämmen halten. Jeder hatte mit sich selbst zu tun und konnte nicht auf andere achten. Deshalb fiel es nicht auf wenn ein Kamerad fehlte. Erst wenn sie in dem aufgewühlten, schmutzigen Wasser suchten fanden sie ihren ertrunkenen Kameraden.
Die Bloche wurden mit Eisenklampfen zu einem Floss zusammengebunden, damit kein Stamm verloren gehen konnte. Auf der Schnittseite der Bloche waren schwere Eisenketten mit Spitzen an den Gliedern zur Befestigung eingeschlagen.
Damals wurden mit voller Absicht nur Nichtschwimmer als Flößer eingestellt. Man wollte erreichen, dass die Männer auf Leben und Tod mit dem Floss verbunden waren und in gefährlichen Augenblicken nicht absprangen und das Holz im Stich ließen. Wenn ein Flößer besonders mutig war sagte man - "das ist ein Hund". Wenn man von jemanden behauptete er sei ein "Hundling" gewesen, war das eine Anerkennung.Der Fluss war früher die einzige erschwingliche Möglichkeit  Holz zu befördern. Es gab kaum geeignete Straßen und nur wenige "LKWs" für den Transport.

Die Stämme werden zum Flößen an der Steyr gesammelt





Die im Wasser treibenden Stämme wurden von einem Rechen aufgefangen


Originaltext : Marterl in der Strumm (Stromboding)
für verunglückten Flößer (gibt es jetzt nicht mehr)
Aufnahme G.J. Schachinger, Hinterstoder ca.1900

Veranstaltungen in Hinterstoder

Fr, 04/14/2017 - 11:04
Diese Übersicht über die nächsten Veranstaltungen in Hinterstoder hat Julia Körber von der Gemeinde  zur Verfügung gestellt:






Palmsonntag in Hinterstoder

So, 04/09/2017 - 11:59












Neben vielen schönen Erinnerungen, gab es auch andere.

Fr, 04/07/2017 - 11:30
Kindheitserinnerungen aus den 1930er Jahren."Meine zwei Brüder und meine Schwester sind, als wir noch Kinder waren, von unseren Eltern nie geschlagen worden. Ausgeschimpft hat man uns aber schon oft, wenn wir etwas angestellt haben.Nur einmal hat mich mein Vater (eigentlich war er mein Stiefvater) durchgehaut. Das war damals als meine Lieblingskatze "Bizi", seinen Liebling, einen Zeisig gefressen hat. Er war so zornig, dass er meine "Bizi"  totgeschlagen hat. Ich habe das gesehen und aus Leibeskräften so laut geschrieen und mit den Füssen auf den Boden gestampft bis ich gezittert habe. Da nahm er seinen Hosenriemen  und verdrosch mich. Ich bin herumgelaufen und habe gebrüllt, als ob er mich ermorden wollte.Die "Bizi" war mein Ein und Alles. Sie hat immer nur bei mir im Bett geschlafen.Aber auch Vater mußte man verstehen. Für ihn war der Zeisig sein Ein und Alles. Er züchtete für ihn Mehlwürmer und wenn der Zeisig zwitscherte sang er mit ihm ein Lied".
"In an kloan Häuserle, sitzt a kloans Zeiserledem geht sein Schnaberle tagaus, tagein.Mach ich ihm`s Türl auf, fliegt er auf mein Finger drauf.O`Dirndl mein, möchtest nicht auch so ein Zeiserle sein.
"Wir hatten auch Kaninchen. Unser Kaninchen "Hansi" lief mit ihren Jungen in der Stube umher und hinterließ überall seine Spuren. Wir spielten und redeten mit ihm wie mit einem Kind.
Wie Vater es schaffte "Hansi" zu schlachten und zu Paprikafleisch zu verarbeiten, ist mir heute noch ein Rätsel. Ich jedenfalls konnte keinen Bissen essen und habe geheult wie ein zu Tode getroffenes Tier". 

 

Der Wildhüter als Waldhüter

Fr, 03/31/2017 - 12:00
Diesen Artikel, aus der Serie "Hinterstoder Freiwillig" der Journalistin Marlis Stubenvoll hat Julia Körber von der Gemeinde Hinterstoder zur Verfügung gestellt.
Marlis Stubenvoll ist Journalistin und studiert nach Studienaufenthalten in Finland und Dänemark zur Zeit im Master "Journalism, Media and Globalisation" in Amsterdam. In den Ferien zieht es sie immer wieder zurück in ihren Heimatort Hinterstoder. Die Artikelserie "Hinterstoder Freiwillig", aus der dieser Artikel stammt, entstand 2016 und wurde finanziert aus den Mitteln des Zukunftentwicklungs-Prozesses Agenda 21 des Landes Oberösterreich. 
Der Wildhüter als WaldhüterÄußerlich entspricht Rainer Hackl Senior auf der Pirsch einem Jäger wie aus dem Bilderbuch. Vom Filzhut bis zu den Stiefeln in Dunkelgrün gekleidet sitzt er fast regungslos am Hochstand. Mit dem Fernglas lässt er den Blick durch den Wald streifen.
Innerlich entspricht er aber nicht dem, was böse Zungen der Jägerszunft nachsagen – etwa, dass es bei der Jagd nur um die Trophäe geht. Er orientiert sich an einem alten Spruch, dem ihm ein erfahrener Jäger mit auf den Weg gegeben hat, “Wenn es dir einen Stich im Herzen gibt, wenn du im Wald einen Schneck zersteigst – erst dann bist du ein richtiger Jäger. “
Nicht jedem kommt bei dem Schlagwort „Freiwilligenarbeit“ die Jagd in den Sinn. Dabei spielen Jäger gerade für einen Ort wie Hinterstoder eine wichtige Rolle im Gleichgewicht zwischen Wild und Wald. Sie pflegen einen Hegering mit 15.000 Hektar, der sich auf 26 Jagdgebiete aufteilt. Eines davon ist die Genossenschaftsjagd, in der Hackl als Jagdleiter auftritt. Einmal morgens und einmal abends findet man ihn in einem Hochstand in der Tambergau.
„Das meiste an der Jagd ist Forstwirtschaft“ erklärt er. Deshalb beobachtet er die Vergleichsfläche genau – ein eingezäuntes Stück Wald, das anzeigt, welche Baumarten hier ohne den Verbiss durch das Wild aufkommen. Seine Erkenntnis: Der Hunger der Rehe auf die delikaten kleinen Tannentriebe macht es der Baumart schwer. Also hilft er den Pflänzchen auf die Sprünge, mit einem Zaun aus biologisch abbaubarem Recyclingmaterial. So kommt der Wald zum richtigen Maß an Diversität. Mit den Mischwäldern an den Nordhängen zeigt sich Hackl zufrieden.
Natürlich spielt auch der Abschuss eine Rolle. Wieviel geschossen wird, bestimmt die Behörde für den Hegering – aber wie ein Jäger mit dieser Zahl umgeht, darauf kommt es für den erfahrenen Hackl an: „Man darf zu seinen Trophäen ruhig stehen. Aber viel wichtiger ist es, dass die richtige Struktur bei den Tieren erhalten bleibt.“ Mit „Struktur“ meint er das Gleichgewicht zwischen erfahrenen Leittieren und Jungen. Der Jäger muss seinen Wildbestand genau kennen und behutsam vorgehen. Schießt er das falsche Tier, fehlt der Gamsherde vielleicht die erfahrene Anführerin. Erschreckt er das Rotwild, könnte es sich lange nicht aus dem Wald trauen. Und das schlägt sich wieder auf den Verbiss nieder.
Auch Tierschutz ist eine Aufgabe des Jägers. Zwischen 15 und 20 Mal meldet sich die Polizei bei Hackl, oft mitten in der Nacht. Für den erfahrenen Jäger ist es leichter, verletzte Tiere aufzuspüren und vor einem qualvollen Verenden zu bewahren.
Was Hackl zu seiner Tätigkeit motiviert, ist die Liebe zur Natur. Die dringt bei ihm durch jeden Satz: Einen „kleinen Lauser“ nennt er das Reh, dass es sich zum Wiederkäuen in der Wiese gemütlich gemacht hat. Auch der Schwarzspecht fällt ihm auf, der am Waldrand aufgeflogen ist. Den Waldmeister am Boden notiert er wohlwollend, weil er guten Boden markiert. Er späht nicht nur in den Wald, er horcht auch in ihn hinein. Ein Zaunkönig meldet sich.
Der Wald ist für Hackl nicht die Kulisse für die Jagd, er ist der ganze Sinn dahinter. „Interessant wird es erst, wenn du die Natur verstehst“, sagt er. Und davon versteht er viel..





1938 war der Anschluß Österreichs an Deutschland

Fr, 03/24/2017 - 11:18
Eine ehemalige Volksschülerin aus Hinterstoder erzählt aus ihrer Erinnerung:"Unterernährte und arme Kinder wurden verschickt. Ich war dabei und kam nach Barsinghausen bei Hannover. Ich war 9 Jahre alt und furchtbar aufgeregt. Jeder Regenwurm hat mehr von der Welt gesehen als ich zur damaligen Zeit. Schweren Herzens ließ mich Mutter nach Deutschland ziehen. Meine Zöpfe wurden zu Affenschaukeln geflochten, dazu trug ich ein rosa Kleid und selbst gestrickte Stutzen mit Zopfmuster. Auf der Brust hing ein Schild wie eine Hundemarke mit meinem Namen. Mit dem Rucksack auf dem Rücken machten wir uns auf den Weg zum Autobus, der uns zum Bahnhof brachte. Ich stand die ganze Zeit im Zug am Fenster und sah mir die vorbeiziehende Gegend an. Ich konnte mich nicht satt sehen an der fremden Welt. Als ein glühender Kohlenfunke in mein Auge flog minderte das meine Schaulust. Mein rosa Kleid war ganz schwarz vom Kohlendreck als wir in Hannover ankamen. Wir kamen in eine große Halle, die mit Hakenkreuzfahnen geschmückt war. In einer Reihe aufgestellt wurden wir von den Pflegeeltern ausgesucht. Ich hatte große Angst als ein dürrer Mann mit abstehenden Ohren auf mich zukam. Er sah aus wie der Teufel, nur ohne Pferdefuß. Die Familie Horstmann (Name geändert) sprach hochdeutsch und die bei ihnen wohnende Tante plattdeutsch. Wenn die Tante, die in einem Rollstuhl saß sprach, verstand ich überhaupt nichts. Herr Horstmann war Geschäftsmann und Handelsvertreter mit einer Import- und Exportfirma. Tief im Inneren des Landes hatten sie große Felder und Lagerhallen mit landwirtschaftlichen Produkten. Die Tochter hieß Inge und schlief schon als wir ankamen. Sie hatte ein eigenes Kinderzimmer. Am nächsten Tag wurde mir alles gezeigt. Neben Inges Zimmer war mein Schlafzimmer. Das war aber nicht so komfortabel wie Inges Zimmer. Mir machte das nichts aus, denn Komfort war ich nicht gewöhnt. An der Wand hing ein Bild mit einem Spruch: "Wer leben will der kämpfe also, und wer nicht streiten will in dieser Welt des ewigen Ringens, verdient das Leben nicht". Adolf HitlerInge hatte viele wunderschöne Puppen in allen Größen. Natürlich gab es auch viele Puppenkleider und einen Puppenwagen.Bei Tisch mußte ich in aufrechter Haltung sitzen und die Portionen mussten aufgegessen werden. Eselwurst kannte ich nicht und mußte mich übergeben. Ich mochte auch keine eingelegten Heringe und gekochten Schinken. Wenn keiner zusah ließ ich alles unter dem Teppich verschwinden. Morgens hat die Putzfrau das Malheur gefunden aber sie hat mich nie verraten. Ich tat ihr leid weil ich so schwächlich und ängstlich war. Von Herrn Horstmann musste ich mir sagen lassen, dass es mir an Manieren mangelt, besonders beim Essen. So fein mit Messer und Gabel zu essen war ich nicht gewöhnt. Auch bei der Morgentoilette gab es Ärger. Ich wollte mich nicht nackt ausziehen, obwohl es schön warm war im Bad. Ich schämte mich vor Inge, die mich verspottete. Sie war eifersüchtig auf mich weil mich die Tante schützte. Inge zwickte mich als ich nackt dastand in den frisch geimpften Pocken-Oberarm. Es spritzte eine wässerige Flüssigkeit heraus und ich bekam große Narben die nie mehr weggingen. Das Heimweh packte mich. Ich weinte und wollte nach Hause. Obwohl es mir an nichts fehlte vermisste ich mein vertrautes Heimathaus und meine Lieben zu Hause. Am schlimmsten war die Sehnsucht nach meiner Mutter mit ihrer gütigen Stimme. Sie hatte nie etwas auszusetzen an mir. Den ganzen Tag hatte ich nur einen Gedanken, nach Hause. Ich mußte lernen nach der Schrift zu sprechen, aber ich kam immer wieder in meinen österreichischen Dialekt hinein.
Ein schöner Tag war wenn ich von zu Hause einen Brief bekam. Vor Aufregung wurde es mir ganz schwarz vor den Augen. Beim Antwortbrief musste ich immer zum Schluss "Heil Hitler" schreiben.Einmal hatten wir Gäste aus Norderney, von dort wo die Familie in den Ferien Urlaub machte. Auch Toni von der Landverschickung wurde zu meiner Aufmunterung  zum Essen eingeladen. Er war aus dem Mühlviertel und schlang das Essen voller Gier hinein. Herr Horstmann sagte : "Man isst nicht wie ein Ferkel!" Toni schaute ihn erstaunt an. Herr Horstmann fragte: "Weißt Du denn nicht was ein Ferkel ist?" "Ja", antwortete Toni, "ein Ferkel ist ein Kind vom alten Schwein".Langsam gewöhnte ich mich ein und nahm zu. Ich wurde zusehends dicker und war nun keine "Schmalgeiß" mehr, wie meine Mutter immer sagte. Oft wurden mir neue Kleider gekauft. Frau Horstmann hatte ein Textilgeschäft. An ein Kleid kann ich mich besonders gut erinnern. Es war rot und auf dem Stoff waren kleine Sträußchen mit Enzian und Edelweiß eingedruckt.Eines Tages machten wir einen Ausflug nach Hannover in das Schloß Herrenhausen und in den Zoo. Die Fahrt ging durch das Deistergebirge und durch einen grünen Buchenwald. Die Ziegen und Steinböcke im Zoo erinnerten mich an meine Heimat. Ich fing bitterlich zu weinen an. Herr Horstmann kaufte mir ein Babyflascherl mit Schnuller für die Puppen zu Hause.Wie ein geölter Blitz schoss ein Ziegenbock auf mich zu und zog den Schnuller von der Flasche ab. Bei der Fütterung auf dem Geflügelhof sah ich zum ersten Mal wie ein Pfau ein Rad schlägt. Das hat mich ungemein fasziniert und brachte mich auf andere Gedanken. Nach 6 Wochen war es so weit und wir durften wieder nach Hause. Der Rucksack war vollgestopft mit Geschenken. Auch das Essbesteck bekam ich zum Andenken mit.
Als ich zu Hause ankam, wurde ich angestarrt wie ein Geist, denn ich habe jetzt nach der Schrift gesprochen. Bei meinen Schulfreunden bin ich in der Achtung gestiegen und ich mußte immer wieder erzählen wie es mir gegangen ist. Dass ich soviel Heimweh gehabt habe, das habe ich nicht erzählt". 

Zu Hause ankommen

Fr, 03/17/2017 - 13:59
Diesen Artikel, aus der Serie "Hinterstoder Freiwillig" der Journalistin Marlis Stubenvoll hat Julia Körber von der Gemeinde Hinterstoder zur Verfügung gestellt.
Marlis Stubenvoll ist Journalistin und studiert nach Studienaufenthalten in Finland und Dänemark zur Zeit im Master "Journalism, Media and Globalisation" in Amsterdam. In den Ferien zieht es sie immer wieder zurück in ihren Heimatort Hinterstoder. Die Artikelserie  "Hinterstoder Freiwillig" aus der dieser Artikel stammt, entstand 2016 und wurde finanziert aus den Mitteln des Zukunftentwicklungs - Prozesses Agenda 21 des Landes Oberösterreich. 
Zu Hause ankommen: Afghanische Flüchtlinge in Hinterstoder: Heute steht der Schuh im Mittelpunkt. Die Pensionistin Eveline Velek, der Viertklässler Farzin und seine Mutter Razia Sharifi fahren im Auto die kurvige Straße nach Windischgarsten zu einem Termin beim Orthopädie-Schuhtechniker. Während Eveline lebhaft erzählt, sitzt der Junge aufmerksam am Rücksitz. Er versteht Deutsch, spricht es aber nur im Flüsterton und mit einem schüchternen Lächeln. Aber als das Gespräch auf Hunde fällt, blitzen seine Augen aus dem runden Lausbubengesicht.
„Ihr habt das gute Wetter mitgebracht“, scherzt der Schuhtechniker in der Praxis, bevor er die blauen Einlagen hervorzieht. Tatsächlich ist heute der erste warme Sommertag. Die Region präsentiert sich ganz anders als am 15. Dezember, als Farzin, sein Bruder Fardin und seine Eltern das erste Mal Fuß in ihre Flüchtlingsunterkunft in Hinterstoder setzten. Es war Nacht und die Temperaturanzeige stand auf minus 15°C. Nur in Ballerinas und ohne Strümpfe war seine Mutter angekommen. Die gleichen Schuhe trägt sie auch heute.
Zwölf Flüchtlinge leben momentan in der Unterkunft. Eveline Velek ist ihre Nachbarin, aber sie ist noch viel mehr. Die Hausbesitzer, ihre Freunde, baten sie um den Gefallen hie und da nach dem Haus und seinen neuen Bewohnern zu sehen. „Kümmer dich ein bissl, haben sie gesagt – und aus dem bissl Kümmern ist dann viel Kümmern geworden“, sagt Velek und schickt ein herzliches Lachen nach. Die ehemalige Finanzbeamtin aus Niederösterreich sieht mehrmals die Woche nach dem Rechten, hilft beim Einkauf oder macht wichtige Fahrten. Damit unterstützt sie ehrenamtlich die Arbeit der Caritas.
„Wussten Sie, dass unsere Asylwerber Eveline auch ‚Eveline Mama’ nennen?“, erzählt Ursula Postlmayr von der Caritas, die sich beruflich um die meisten organisatorischen und bürokratischen Belange der Flüchtlinge kümmert. Aber Velek ist nicht allein – zufrieden erwähnt Postlmayr die vielen helfenden Hände in Hinterstoder. Einige Stoderer halten einen Sprachkurs, andere treiben wichtige Gegenstände auf, erledigen Fahrten oder sind einfach da, um die leere Zeit des Wartens zu verkürzen. Manchmal kommt auch eine Nachbarin vorbei und bringt selbstgekochte Marmelade. Heute genügt ein Anruf von Velek an Paula Lang vom Sozialen Hilfsdienst, um passende Schuhe zu den Einlagen zu besorgen.
Das Geben geht aber in beide Richtungen. Wir kommen über die Schotterstraße zurück zum Haus. Eveline zeigt auf die Schlaglöcher, welche die Asylwerber ausgebessert haben. Auch beim Skiweltcup übernahmen sie Aufgaben: Sie verlegten Böden oder sammelten Müll ein. Vieles, das in der Kneipp-Anlage blüht, wird auch von ihren Händen gepflegt. Und bei zwei Festen präsentierten sie schon den Stoderern – nicht ohne Stolz und mit Erfolg – die afghanische Küche auf reich beladenen Tischen.
Nach dem erfolgreichen Ausflug nach Windischgarsten sitzen wir noch in einer Runde zusammen. Wir befinden uns im angenehm kühlen Wohnzimmer. Der Kachelofen bleibt kalt, Schwarztee und Gebäck stehen für uns Gäste am Tisch. Farzins Vater rückt draußen die Tomatenstauden in die Sonne – ein Geschenk von Frau Eveline Mucha, die auch regelmäßig im Haus zu Besuch ist. Eveline Mama plaudert entspannt. An den Wänden kleben Zettel, die Alltagsgegenstände beschriften. Lampe. Kachelofen. Neben einem Lebkuchen-Anhänger: Herz.
Das Haus strahlt eine Wärme aus, die mit den Bewohnern und Nachbarn gleich viel zu tun hat. Wenn es eine Überschrift hätte, wie all die Gegenstände, dann würde hier stehen: Gastfreundschaft.


Eveline Velek hieß vom ersten Tag an die Flüchtlingsfamilien
 in Hinterstoder als neue Nachbarn Willkommen.


Afghanischer Abend bei Monika und Kurt Aufner im Prielergut

Die Köchinnen der wunderbaren Afghanischen Speisen mit Monika Aufner

Laus um Laus

Fr, 03/10/2017 - 14:09
Erinnerungen einer Volksschülerin aus den 1930er Jahren

"Als ich in die Volksschule Hinterstoder ging, das war in den 1930er Jahren, gab es außer Seife für uns keine Hygieneartikel.Unsere ständigen Begleiter waren die Kopfläuse. Meine Nachbarin hatte dicke, flachsblonde Zöpfe, die bis zur Taille reichten. Eines Tages haben wir etwas geschrieben und es war mucksmäuschenstill in der Klasse. Plötzlich flog etwas auf das Heft meiner Nachbarin. Auf das Papier klatschte eine dicke, fette Laus. Die langen Zöpfe, die uns Mädchen bis zum Popo hingen waren für Läuse ein ideales Quartier. Damals gab es für Mädchen noch keine kurzen Haare. Die Bubikopffrisur kam erst in den 1950er Jahren zu uns.Vor mir saß die Gusti, bei der auch die Läuse auf und ab krabbelten. Das schreckte schreckte mich sehr, weil ich auch fürchtete Läuse zu bekommen.Ich war in der Schule sehr gut und deshalb war ich für die Buben bei den Lehrern ein "Gutsteherl" (Liebling des Lehrers). Ich bin von den Lehrern oft gelobt worden.Aber das zahlten mir die Buben heim. In der Pause sagte einer zu mir:" Du bei dir steigt eine Laus". Ich schämte mich zu Tode und versprach ihm, wenn er mich nicht "verschiergerlt" (verrät) mein Messer zu schenken. Das Messer war etwas Besonderes. Der Griff war aus einer Rehpfote gemacht.
Nach ungefähr einer Woche fiel meiner Mutter auf, dass ich mich dauernd am Kopf kratzte. Beim Kopf waschen sah sie, dass ich vollkommen verlaust war. Am Abend kämmte sie mit einem Staubkamm meine Haare über einem weißen Handtuch aus. Da sah man erst wie es vor lauter Läusen wimmelte. Nach der Schule setzte sich Großmutter auf einen Schemel (Sessel ohne Lehne) vor das Haus und ich legte meinen Kopf auf ihre Knie. Dann zerdrückte sie Laus um Laus, jede die sie erwischte mit ihren Fingernägeln. Wenn ich daran denke höre ich heute noch das Knacken. Zuerst wurden meine Haare mit Essig eingerieben und weil das nicht viel nützte nahm Großmutter dann auch noch Petroleum zur Behandlung. Am nächsten Tag mußte ich mit einem Turban in die Schule gehen, weil das Petroleum 24 Stunden am Kopf einwirken musste. Meine Mutter untersuchte darauf täglich meine Haare. Gott sei Dank bin ich die "Laustragödie" wieder los geworden"
Behandlung gegen Läuse im Mittelalter
Kopflaus Wikipedia Foto: Gilles San Martin
Läusekamm.    

Zwei Frauen, keine halben Sachen

Fr, 03/03/2017 - 11:18
Diesen Artikel, aus der Serie "Hinterstoder Freiwillig" der Journalistin Marlis Stubenvoll hat Julia Körber von der Gemeinde Hinterstoder zur Verfügung gestellt.
Marlis Stubenvoll ist Journalistin und studiert nach Studienaufenthalten in Finland und Dänemark zur Zeit im Master "Journalism, Media and Globalisation" in Amsterdam. In den Ferien zieht es sie immer wieder in ihren Heimatort Hinterstoder. Die Artikelserie  "Hinterstoder Freiwillig" aus der dieser Artikel stammt entstand 2016 und wurde finanziert aus den Mitteln des Zukunftentwicklungs - Prozesses Agenda 21 des Landes Oberösterreich. 

Zwei Frauen, keine halben Sachen  Nicht immer ist Geld der Lohn der Arbeit. Paula Lang und Ilse Fruhmann wissen das als Haudegen des Ehrenamts nur zu gut.
In Fruhmanns Fall blühen die Früchte ihrer Mühen in der Kneippanlage – der kalte Wasserstrom und der Kräutergarten entspringen ihrer Initiative für einen gesünderen Ort.  Der Platz zur Kaltwasserkur nach dem alten Rezept des Pfarrers Sebastian Kneipp schöpft aus ihren Ideen und Handgriffen im Garten.
Paula Langs unermüdlicher Einsatz passiert verdeckter. In Lagerräumen sortiert sie einen riesigen Fundus an Flohmarktware. Daneben leistet sie mit Besuchsdiensten im Ort, im Krankenhaus oder im Altenheim jenen Gesellschaft, die nur selten ein bekanntes Gesicht sehen. Nur Ende Juli kommt beim Sozial-Flohmarkt wortwörtlich die ganze Ladung ihrer Arbeit zum Vorschein.
Es ist drei Uhr nachmittags und wir sitzen auf hölzernen Bänken am Kneipp-Platz. Über das Rauschen der Steyr hinweg unterhalten sich die beiden Stoderinnen mit mir. Sie erzählen, was sie zu einer Arbeit bewegt, die in Stunden kaum messbar ist.
Danke, dass Ihr euch Zeit genommen habt. Bevor ihr selbst über eure Arbeit sprecht, habe ich noch eine andere Frage an euch. Wie würdet ihr den Einsatz der jeweils Anderen im Ort beschreiben?
Paula: Ilse verbringt ihre Zeit hier am Kneipp-Platz. Das sieht man auch. Sie managt das alles. Dabei ist es schwierig Leute zu finden, die sich ein ganzes Jahr um solche freiwillige Arbeiten annehmen. Das ist bei mir und bei ihr wahrscheinlich dasselbe.
Ilse: Kein Mensch kann abschätzen, wieviel Arbeit sich Paula antut. Sie ist für alle da, sie hört sich alles an, sie sammelt leidenschaftlich für den Flohmarkt. Mittlerweile gibt es ein Team von Leuten, von dem Paula auch einmal ein “Schluss, stopp, genug” hört. Am liebsten würde sie 36 Stunden am Tag arbeiten.
Paula: Das hat sich aber schon sehr gebessert.
Ilse: Ja, Gott sei Dank!
Ilse, welche Arbeiten erledigst du, damit es den Kneipp-Platz in seiner jetzigen Form geben kann?
Denken, arbeiten, arbeiten, nachdenken. Wenn mir die Farbkombinationen der Blumen nicht passen, grabe ich sie wieder um. Am Ende soll sich alles harmonisch zusammenfügen zu einem Ort, an dem sich Leute wohlfühlen.
Du hast mittlerweile Unterstützung von den Asylwerbern im Ort. Auch die scheinen sehr gerne hier Zeit zu verbringen.
Ilse: Ich habe das Gefühl, dass die Flüchtlinge sehr gerne herkommen. Sie sind schon ein Teil des Kneipp-Parks. Keiner ist in den Platz so integriert, wie sie.
Paula: Hier haben sie Gemeinschaft und jemanden zum Reden.
Ilse: Für die ist das selbstverständlich, dass sie ihre Arbeit mit Liebe machen. Das spürt man. Da kommt viel wieder zurück. Ich bin stolz, dass das so klappt.
Was ist eure Motivation, euch bei euren Projekten ehrenamtlich zu engagieren?
Ilse: Vom Bürgermeister ging vor einigen Jahren der Wunsch aus, mehr für die Gesundheit im Ort anzubieten. Ich habe damals gesagt, dass für mich nur dieser Platz hier an der Steyr als Kneipp-Platz infrage kommt. Nach einigen Gesprächen mit dem Eigentümer bekam ich dann das „Okay“. So habe ich angefangen. Und ich mache keine halben Sachen. Fertig.
Paula: Ich habe meine Arbeit durch Krankheit verloren. In Hinterstoder habe ich mich dann aber gesundheitlich wieder erholt. Ich fand, ich war noch zu jung zum Nichtstun. Heute motiviert mich die Freude der Leute, die ich besuche. Immer wieder höre ich ein “Du könntest ruhig öfter vorbeischauen“. Das gibt Kraft um weiterzumachen, solange man kann. Ich halte es einfach für richtig.
Ilse: Wenn ich hier das Gästebuch ansehe, dann finde ich es berührend, wie wohl sich die Leute hier fühlen. Dann denke ich mir, ich mache doch etwas richtig. Denn gerade in unserer schnelllebigen Zeit gibt es wenig, das uns herunterholt. Manche hasten auch hier am Kneipp-Platz vorbei. Aber dann beobachte ich wieder Leute, die stehen bleiben, sich Zeit nehmen, schauen. Gerade Familien mit Kindern nehmen den Platz sehr gut an.
Wie schafft ihr es, euch nicht zu sehr von euren Projekten vereinnahmen zu lassen?
Paula: Mittlerweile suche ich mir beim  Flohmarkt Helfer, mit denen ich gemeinsam sortiere. Dann habe ich auch nicht alleine die Schuld, wenn ich zuviel aufhebe (lacht). Seit einiger Zeit gebe ich mehr Arbeit ab, stimmt’s?
Ilse: Naja... du versuchst es!
Paula: Ja, ich versuche es. Aber das hier ist mein Heimatort, und wenn man etwas tun kann, warum nicht? Außerdem wird so viel weggeschmissen, es ist doch schade darum.
Ilse: Und du brauchst das. Du bist einfach Flohmarkt. Aber du wirst in nächster Zeit lernen, auch einmal auf Urlaub zu fahren.
Paula nickt einsichtig.
Ilse, wie geht es dir mit dem Nein-Sagen?
Ilse: (ihre Hände machen eine auslandende Bewegung) Wie soll ich zu dem hier Nein sagen? Aber ich bin mein eigener Chef. Ich tue was ich will und wann ich will. Wenn es mich einmal nicht freut – na dann freut es mich eben einmal nicht. Ganz einfach.
Welche kleinen Gesten könnte jeder von uns zur Gewohnheit machen, um uns das Zusammenleben hier im Ort schöner zu gestalten?
Ilse: „Was trage ich dazu bei“, das ist mein Leitsatz. Ich bin sehr kritisch mit Menschen, die nur dann helfen, wenn sie auch dabei gesehen werden. Wenn jemand einen Ast wegzwickt, der in einen Wanderweg hineinragt oder etwas repariert, das kaputt gegangen ist – das wäre es. Mehr brauchen wir nicht.
Paula: Es sind in den letzten Jahren viele Angebote im Ort dazugekommen. Zwei Gemeindearbeiter allein können das einfach nicht mehr alles in Schuss halten. Wenn jeder ein bisschen etwas beitragen würde, wäre es leichter.
Was macht ihr heute noch, wenn ihr heimgeht?
Paula: Ich muss noch Kleidung für den Flohmarkt sortieren und ein Paar Schuhe bei den Asylwerbern abliefern. Aber ich kann mir eigentlich alles einteilen.
Ilse: Nichts mehr. Jetzt gehe ich heim und mache es mir gemütlich. Vielleicht gieße ich noch den Garten. Es sei denn, mein Mann hat das schon gemacht.
Vielen Dank für das Gespräch.


Paula Lang (links) und Ilse Fruhmann (recht) engagieren sich
 für ein gesundes und soziales Hinterstoder.
Kneippanlage


Flohmarkt in der Hösshalle
Kräuterschulung in der Kneippanlage
Kneippanlage
Fleißige Asylwerber aus Afghanistan helfen bei der Arbeit.
Razia Sharifi und Fatima Haidari 

Freiwillige Helfer in der Not

So, 02/26/2017 - 17:08
Julia Körber von der Gemeinde Hinterstoder berichtet über freiwillige Helfer in der Not





Vom Schicksal des kleinen Michl

Fr, 02/24/2017 - 12:06
Es war im Stodertal vor rund 100 Jahren. Heute noch kennen manche alten Leute diese Geschichte.
Beim großen "Grabenbauer" (Name geändert) arbeitete neben anderen Knechten und Mägden auch eine junge, geistig etwas zurückgebliebene "Dirn" (Magd). Sie nannten sie die "Grabenbauer Lies" (Name geändert). Sie hatte einen Buckl (gekrümmtes Rückgrat), trug immer nur geschenkte, alte viel zu große Kleider. Die Lies  hatte bestimmt keine erbliche Geistesschwäche. Vielmehr lag es an der Erziehung und der mieserablen Ernährung  von Klein auf. Sie wurde schon als kleines Kind von Bauern ausgeschunden und bekam nie ein kindgerechtes Essen und Pflege.Heute kann man sich kaum mehr vorstellen wie manche Kinder auf Bauernhöfen behandelt wurden. Der "Zuzl" (Schnuller) wurde in Schnaps und Zucker getaucht und den Kleinkindern in den Mund gesteckt, so dass sie ruhig waren und lange schliefen. Damit sie nichts anstellen konnten und die Eltern Ruhe bei der Arbeit hatten wurden sie oft in einen großen, alten Bottich gesetzt aus dem sie nicht alleine herausklettern konnten. Gelegentlich bekamen sie etwas zu essen und zu trinken. Oft mussten sie den ganzen Tag in so einem "Gefängnis" ausharren.Die Lies hatte schon mehrere uneheliche Kinder. Manche Knechte und Burschen nahmen sie einfach, weil sie sich nicht wehren konnte und sie gerade ein Bedürfnis verspürten. Ihre Kinder kamen alle verstreut zu verschiedenen Bauern. Sie wusste nicht einmal wo ihre Kinder hingekommen sind. Man könnte fast sagen, dass das wie bei einer Katze war, der man die Jungen weggenommen hat. Wenn kein Vater bekannt war zahlte die Gemeinde 10 Schilling Alimente im Monat. Wer die Väter der Kinder waren wurde früher nie eruiert. Die Kinder, von denen der Vater unbekannt war, fielen der Heimatgemeinde zur Last.Im Dorf wurde hinter vorgehaltener Hand gemunkelt, dass auch ein Kind vom Bauern selbst dabei war und zwar der "Michl" (Name geändert). Michael wurde er genannt weil er zu Michaeli geboren wurde.Eines Morgens hat sich beim Grabenbauer folgendes zugetragen. Die Schweinemagd hat in der Früh wie immer den Schweinestall gereinigt. Dazu musste sie auch frisches Stroh holen. Sie hörte unter dem Stroh ein Wimmern und glaubte zunächst eine Katze hätte Junge geworfen. An diesem Tag war es ziemlich kalt und deshalb wollte sie die jungen Kätzchen in den warmen Stall bringen. Unter einem Strohballen fand sie statt der jungen Kätzchen ein neugeborenes Kind mit einer abgerissenen Nabelschnur. Sie holte sofort die Bäuerin, die gleich sagte: "das kann nur die Lies gewesen sein". Niemand hatte die Schwangerschaft bei der Lies bemerkt, denn sie trug immer nur alte, viel zu große Kleider. Die Bäuerin und die Magd suchten sofort nach der Lies. Sie fanden sie draußen auf dem Erdäpfelacker (Kartoffelacker) bei der Arbeit. Auf dem Acker fanden sie auch Blutspuren, wo die Nachgeburt abging. Die Bäuerin nahm die Lies sofort mit und legte sie in das Bett. Kindswäsche hatte man nicht und so wickelte man das Kind in alte Hemden und legte es in der Stube auf einen Polster. Die Bäuerin war zwar nicht erfreut über das Kind, doch sie hatte Erbarmen mit dem armen "Hascherl" (hilflosem Baby).  Das Kind bekam ein "Mehlkoch", das war geröstetes Mehl  in Milch eingekocht. Das gab man früher den Kindern statt Muttermilch.
Je älter der Michl wurde, desto mehr sah er dem Bauer ähnlich. Die Lies sagte nie wer der Vater zu ihrem Kind war. Der Bauer hat ihr auch gedroht und sie geschlagen wenn sie nicht schnell genug bei der Arbeit war. Sie hatte ungeheure Angst vor ihm und sie hätte bestimmt nie etwas gesagt. Die Bäuerin aber musste etwas gewusst haben, denn sie hat den Michl großgezogen. Michael ist zu einem stattlichen, feschen Mann herangewachsen und blieb als angenommener Sohn beim Grabenbauer.





  

Erinnerungen an die Schule und meine Lehrer in den 1930er Jahren

Fr, 02/17/2017 - 11:54
Als ich 1930 eine Schülerin in der Volksschule Hinterstoder war."Besonders gerne erinnere ich mich an unsere Handarbeitslehrerin. Sie hatte keine besondere Schulbildung und auch das Handarbeiten hatte sie sich selbst erlernt. Damals musste man noch keine besonderen Prüfungen machen um Handarbeitslehrerin zu werden.Gleich im ersten Schuljahr hatten wir Handarbeiten und dabei lernten wir hauptsächlich nützliche Dinge für das tägliche Leben. Wir lernten stricken, stopfen, häkeln und machten schon in der ersten Klasse ein weißes Täschchen mit Noppenmuster für den Fronleichnamsumzug. Wir stickten das Alphabet in allen Formen und Größen mit Kreuzstichen, häkelten ein Musterband und strickten eine doppelte Ferse für Stutzen. Später lernten wir Paspelieren, Hinterstiche, Vorderstiche, Perteln, Einlassen, Anstückeln, Zwickel einsetzen, Hexenstiche und Knopflöcher nähen. Während wir nähten erzählte sie uns schöne Geschichten. Wir mussten aber fleißig arbeiten und ruhig sein. Handarbeiten hatten wir jeden Tag von 14 bis 15 Uhr.Als ich in die 2. Klasse kam bekamen wir einen neuen Lehrer. Er war schon etwas älter und hatte eine ganz tiefe Stimme. Seine Stimme gefiel mir, sie war so wie Öl, tief und weich. Er hatte einen schwarzen Schnurbart wie ein orientalischer Pascha. Sein Gesicht war braun mit dunklen Augen. Er hatte buschige Augenbrauen und ganz dunkle Haare. Wir hatten ihn nicht lange, er war auf einmal weg. Man munkelte dass er ein "warmer Bruder" gewesen sein soll. Damals wusste ich nicht was das war. Statt ihm kam ein junger schlanker Lehrer mit einer Stehfrisur. Er war sehr streng und beim Unterricht sah er genau darauf, dass jedes Kind seine Hände auf der Bank hatte. Erwischte er einmal ein Kind auch wenn es sich nur die Haare zurückstrich, kam er schon angerannt. Das Kind musste 4 Finger auf die Bank legen, den Daumen nach unten halten und dann schlug er mit der Linealkante auf die Finger bis sie ganz blau waren. Das tat so weh, dass man nicht schreiben konnte. Wenn die Stunde vorbei war, konnte man die Finger unter kaltes Wasser halten, das linderte die ärgsten Schmerzen.Die Lehrer machten auch unter den Kindern soziale Unterschiede. Das äußerte sich darin, dass einem Kind von gut situierten Eltern weniger auf die Finger geklopft wurde als Kindern von ärmeren Leuten, die oft sprachlich nicht so gewandt waren. Manche Lehrer nahmen auch Geschenke an, die nicht nur aus Blumensträußchen bestanden.Wir wurden ständig belehrt anständig zu sein, bitte und danke zu sagen und alle Leute freundlich zu grüßen.Auf den Religionsunterricht, bei unserem alten Pfarrer, habe ich mich immer sehr gefreut. Besonders berührt hat mich die Geschichte von Daniel in der Löwengrube. Wenn wir davon gelesen haben, habe ich immer aus Mitleid weinen müssen.
Im Unterricht, so gegen Mittag hatten wir immer Hunger. Äpfel und Brot gab uns Mutter in die Schule mit und oft jausneten wir im Unterricht ganz heimlich. Pech hatte man nur, wenn man aufgerufen wurde und den Mund voll hatte. Als Willi einmal unter der Bank ein Stück von seinem Speck abschnitt, war auch der Lehrer schon da und sein Messer war weg. "Gib her den Taschenveitl, schleifen darfst ihn auch wieder einmal und voller Dreck ist er auch. Was hast denn du damit geschnitten? Pfui Teifl!"









Daniel in der Löwengrube   

Veranstaltungen in Hinterstoder

Di, 02/14/2017 - 17:58
Diese Übersicht über die nächsten Veranstaltungen in Hinterstoder hat Julia Körber von der Gemeinde  zur Verfügung gestellt:





Mein Schulweg im Winter

Fr, 02/10/2017 - 11:48
Erinnerungen an die Schulzeit eines Mädchens in den 1930er Jahren:"Der lange Schulweg, manchmal durch Meter hohen Schnee, Lawinen, Wildbäche, dort wo sich Fuchs und Henne -gute Nacht- sagen, das war oft ein Abenteuer für ein Mädchen mit damals sieben Jahren. Im Winter waren die Temperaturen wochenlang unter minus 20/30 Grad Celsius. Auf den Wimpern der Schulkinder bildete sich Raureif, der manchmal bis über die Augen fiel.Wenn es Reif gab konnte man herrlich die steilen Hänge auf den Schuhen hinunter rutschen und den Weg abkürzen. Wir beherrschten das bestens und wetteiferten miteinander, wer die schönste Spur hinterließ. Es kam nicht selten vor, dass wir bis zu den Hüften im Schnee wateten. Der Erste in der Reihe, der die Spur machen musste, hatte es am anstrengendsten. Wir wechselten uns aber ab, damit nicht immer derselbe vorwaten musste. Wenn wir zur Schule kamen und bevor wir hinein gingen, drehten wir unsere Rock- und Hosensäcke um und leerten den Schnee aus. Wenn wir nach dem Unterricht wieder nach Hause gingen war der Weg oft wieder so verschneit, dass wir unsere Spuren nicht mehr erkennen konnten. Ich ging auch gerne bei Schneefall und es machte mir nichts aus durch die wirbelnden Schneeflocken zu gehen. Es war eine sonderbare Stille über dem Land. Die Flocken fielen leise  und so dicht, dass man stellenweise nichts als den Schnee unter den Füßen und die Flocken rundherum sehen konnte.Auf meinem Schulweg kam ich über eine große Wiese, da gab es eine Stelle, auf die von November bis Februar keine Sonne schien. Wenn es längere Zeit kalt war bildete sich dort ein Raureif, der von Tag zu Tag größer und schöner wurde. Auf dem Schnee waren ganz dichte, feine, glasklare Raureifblättchen. Wenn man mit der Hand über diese Blättchen streifte, dann klingelten sie wie lauter winzige Glöckchen. Wenn man über Wiesen mit dickem Raureif ging oder bei starkem Schneetreiben über Pulverschnee, dann hatte man das Gefühl man würde auf Federn gehen. Im Februar, wenn die Sonne diese Wiese erreichte, war es für uns das erste Anzeichen für den kommenden Frühling".

                                                       Winter im Stodertal







Der Frühling kündigt sich an    

Wenn die Kirchenglocken läuten

Fr, 02/03/2017 - 17:20
Erinnerungen an die 1930er Jahre als ich noch ein Schulmädchen war."Die Kirchenglocken zur Sonntagsmesse oder zu Festtagen durften nur auserwählte Buben läuten. Wer an den Glockensträngen ziehen durfte bestimmte der Herr Pfarrer. Die Buben zogen an den Seilen so fest sie nur konnten und ließen sich dann von den, durch das Gewicht der Glocken, hochschnellenden Seilen in die Luft heben. Die Klöppel in den Glocken waren jeweils mit mehrfachen Lagen von Riemen innen an einem Metallring angehängt. Durch den ständigen starken Schwung, den die Glocke beim Leuten bekam, konnte es vorkommen, dass die Befestigungsriemen brüchig wurden und ein Bronzeklöppel abriss. Von alten Leuten wurde erzählt, dass einmal so ein Klöppel durch ein Seitenfenster des Turmes auf das Schuldach flog. Dort durchschlug er die Dachschindeln und blieb auf dem Gewölbe der Decke liegen. Ein anderes Mal sauste ein Klöppel  beim gegenüberliegenden Fenster hinaus und landete im Friedhof".

Heute kann das nicht mehr passieren. In den Jahren 1996/97 wurde das Glockengeläut restauriert und mit neuen Glocken ergänzt. Die Inschrift auf einer Glocke erinnert an die Spender Kardinal Francis Spellman, Erzbischof  von New York und  US. General Mark W. Clark, wenn auch die Namen nicht ganz richtig geschrieben sind. (Siehe auch Blogbeitrag vom 9.2.2013 und 20.1.2014) 

Kardinal Francis Spellman, Erzbischof von  New York
US General Mark W. Clark





Vom "Blochtreiben" und "Holzschlitteln" der Arbeit meines Vaters im Winter, in den 1930er Jahren.

Fr, 01/27/2017 - 17:13
"Eine ganz besonders gefährliche Arbeit war das "Blochtreiben"(Holzstämme zu Tal bringen). Nur mehr wenige alte Einheimische wissen heute noch von der harten und gefährlichen Arbeit, die gemacht werden musste um die im Sommer geschlägerten Stämme im Winter von den Bergen in das Tal zu bringen. Es gab keine Seilwinden und Kräne wie heute, es gab nur Schlitten und mutige Männer, die diese gefährliche Arbeit machten. Als ich noch ein kleines Mädchen war, damals in den 1930er Jahren wusste ich, meine Mutter und meine Geschwister von der gefährlichen Arbeit, die Vater als Holzknecht im Winter jeden Tag verrichten musste. Wir hatten oft große Angst um ihn.
Die im Sommer geschlägerten Baumstämme wurden zunächst von den Holzarbeitern  zum Winterhaufen zusammen getragen und von dort im Winter mit Schlitten in das Tal gebracht.Trotz der Steigeisen, die die Holzknechte bei dieser Arbeit getragen haben, war es gefährlich auszurutschen und ein falscher Schritt konnte furchtbare Folgen haben.
Eine wichtige Voraussetzung zum "Blochtreiben" war, daß es nicht zu trocken war. Am liebsten hatten es die Holzknechte, wenn feiner, eisiger Schnee war, denn der "schmierte" gut. Über Gräben und Schluchten baute man Brücken aus Stämmen, sogenannte "Riesen", auf denen die Bloche diese unwegsamen Stellen überquerten, konnten.
Mit dem ersten Schneefall begann das "Holzschlitteln".  Auf Bockschlitten wurde das geschlägerte Holz zu Tal gebracht. Vorne auf den Kufen stand der "Ziaga" oder der "Schlittler" und ließ sich mit dem ganzen Gewicht in den Schlitten hineinfallen und lenkte die tonnenschwere Last über steile Hänge, Schneisen und Kurven. Dabei hielt er mit der ganzen Kraft seiner beiden Fäuste die Hebestangen der Bremstatzen, die beidseitig drehbar an den Kufen befestigt waren. Nicht selten bekamen die Schlitten mit ihrer tonnenschweren Last ein mörderisches Tempo, stürzten um und erdrückten ihren Lenker. Viele jungen Männer sind mit dem Holzschlitten verunglückt. Viele Bildstöcke und Marterl erinnern heute noch an diese Unfälle.Wenn sich ein Holzknecht am Berg verletzte, dauerte es oft viele Stunden bis er zu einem Arzt gebracht werden konnte. Es gab keine Wege und keine Fahrzeuge. Ein Verletzter musste auf einer Bahre, bestehend aus Holz und Zweigen stundenlang über Berge und Gräben in das Tal getragen werden. Die Kameraden konnten es oft nicht verhindern, daß er dabei starb.
Heute gehört das "Blochtreiben" und die "Holztrift"der Vergangenheit an. Kräne ziehen heute die Baumstämme aus dem Wald heraus auf die Straße. Dann werden sie maschinell entastet, entrindet und auf die gewünschte Länge zugeschnitten.
Das Geräusch des Holzhackens verband sich in meiner Kindheit harmonisch mit der Natur. Es passte in den Wald wie das Rauschen des Baches oder des Windes in den Wipfeln der Bäume. Es steht ganz im Gegensatz zu dem heutigen zornigen Kreischen der Motorsägen, das die Stille zerreißt und kilometerweit zu hören ist. Man konnte von weitem die frische Rinde riechen und wenn man ein Stück mit der Zunge auf der Innenseite berührte schmeckte sie ganz süß".



"Riese"
Bauen einer "Riese"


"Holzschlittler"



Holzknechtunterkunft im Wald

                                                                                 Waldbearbeitung heute







Auf dem Weg von Seinerzeit in die Gegenwart

Fr, 01/20/2017 - 16:54
 Erinnerung an die Jugend in den 1930er Jahren.
"Wenn ich an meine Jugend in den 1930er Jahren zurückdenke und sie mit heute vergleiche wird mir erst der große Unterschied in den Lebensumständen bewusst. Wenn ich zum "Greißler" einkaufen gegangen bin hatte der ein Warenangebot das nicht einmal 10% von dem war, das es heute in jedem kleinen Supermarkt gibt.Trotzdem ist uns, außer mehr Geld zum Einkaufen, nichts abgegangen. Wenn wir z.B. damals Butter kauften konnten wir nicht unter zehn oder mehr Arten wählen die aus verschiedenen Ländern importiert wurden. Es gab zwei Angebote. Die Butter von der Molkerei hieß "Teebutter"und es gab Bauernbutter von Bauern aus der Umgebung, die immer frisch geliefert wurde. Wir hatten aber keinen Mangel. Es gab keine Plastiktaschen, denn alles was wir einkauften wurde in Packpapier, Feinkostpapier, das damals"Schmalzpapier"hieß, für Wurst und Fleisch oder z.B. Eier, in alte Zeitungen eingepackt. Alle Flaschen waren aus Glas und wurden zurückgenommen und wieder verwertet. Die Milch bekamen wir nicht in Plastikpackungen sondern wir holten sie in der eigenen Milchkanne ab. Den Begriff Umweltschutz kannten wir zwar nicht, aber wir lebten danach und schonten unsere Umwelt. Diese vielen verschiedenen Verpackungsmaterialien, die es heute gibt und die im Altstoffsammelzentrum sorgfältig getrennt abgegeben werden müssen, gab es damals nicht.

Gedanken und Sorgen macht mir auch die ungeheure Flut an unnützen Informationen und Lügen, die täglich über Zeitungen, Radio, Fernsehen und besonders über das Internet auf uns einströmen. Heute werden wir von den Medien nicht nur informiert, sondern auch sehr stark verwirrt. "Zuwenig und zuviel ist aller Narren Ziel" sagte ein uraltes Sprichwort, an das ich mich noch gut erinnere.
Unsere sparsamen Informationen, genau das Gegenteil von heute, bezogen wir in erster Linie aus einem Radio, das mit Strom aus einem Akku betrieben wurde. Die Aufladevorrichtung für den Akku besaß ein Sägewerk in unserer Nähe. Dort durften wir unseren Akku immer 2 Tage lang aufladen ehe wir ihn wieder nach Hause tragen konnten. Das war eine recht umständliche Sache, denn die Flüssigkeit im Akku war sehr scharf. Wenn man sie auf die Kleider spritzte konnte es Löcher geben. Das hin- und hertragen, ohne auszuschütten, war nicht einfach. Besonders dann nicht wenn es sehr kalt war und uns in den Fingern fror. Natürlich wurde mit dem Einschalten des Radios sehr sparsam umgegangen um Strom zu sparen. Die Nachrichten hörten die Eltern fast immer wenn sie Zeit hatten. Mit diesem Gerät ist doch ein Stück  moderner Welt in unsere Bergeinsamkeit gekommen. Manchmal konnte man sogar einen Jugoslawischen oder Tschechischen Sender empfangen. Mein Vater hörte besonders gerne böhmische Volksmusik".

Volksempfänger
Einkauf früher
2015 Einkaufszentrum Plus City Pasching

Die Bibel für den Amtseid des US-Präsidenten

Mi, 01/18/2017 - 23:26
Den Amtseid, den alle neu gewählten US-Präsidenten zur Inauguration ablegen, wird im Weißen Haus in Washington auf einer ganz besonderen Bibel geschworen. Am 20.1.2017 legt Donald Trump den Amtseid ab. Jeder Präsident entscheidet auch welche Bibel für den Eid verwendet werden soll.
Präsident Barak Obama legte den Amtseid auf die Bibel von Abraham Lincoln ab. Lincolns Präsidentschaft gilt als eine der bedeutendsten in der Geschichte der Vereinigten Staaten. 
John F. Kennedy legte den Eid auf die Gutenberg-Bibel (benannt nach dem Erfinder des Buchdrucks Johannes Gutenberg, geb. 1400, gest. 1468) ab, die, wie auch die Bibel von Abraham Lincoln, im Besitz der Washingtoner Kongress-Bibliothek ist. 
Diese kostbare Gutenberg-Bibel, die in Mainz gedruckt wurde, war einst im Benediktinerkloster St. Blasien im Schwarzwald. Das Kloster wurde durch einen Brand zerstört und die Bibel konnte nur dadurch gerettet werden, dass man sie aus dem Fenster der brennenden Klosterbibliothek warf. 1810 kam das kostbare Buch über Umwege zu uns nach Oberösterreich in das Stift Spital am Pyhrn. Die Mönche von Spital übersiedelten aber weiter in das Benediktinerkloster nach St. Paul und deshalb kam auch die Bibel nach St. Paul im Lavanttal.Dort blieb das Buch mehr als 100 Jahre bis in den 1920er Jahren eine Sanierung des Klosters anstand und man dringend Geld dafür brauchte. 1930 wurde das kostbare Buch an die Kongressbibliothek zum Preis von 370 000 US Dollar verkauft. Heute bezeichnet die "Library of congress" die Gutenberg-Bibel als eine ihrer größten Schätze und entsprechend aufwendig wird sie im ersten Stock des Thomas-Jefferson-Buildings in Washington präsentiert. Dort sehen sie jedes Jahr rund eine Million Besucher. Noch weiß man nicht welche Bibel Donald Trump für den Amtseid wählen wird. Quelle: Wikipedia,  Badische Zeitung 17.2.2009

In der Kongressbibliothek  "Library of congress"
Die kostbare Gutenberg-Bibel


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(ab 18.06. durchgehender Betrieb)
Detailinfos finden Sie hier. 
Tennishalle, Freibad, Minigolf
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